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Gunay Shamsi

Geboren in Baku, Aserbaidschan, lebt und arbeitet seit 2015 in Berlin 

Ausbildung 

1991–1998 Musikschule, Schwerpunkt Klavier

2003-2007 Berufsfachschule für Malerei «A. AsimZade» bei der Aserbeidschanischen Kunstakademie

2007-2011 Studium der Bühnenmalerei an der Aserbaidschanischen Staatlichen Universität für Kultur und Kunst. Diplom mit Auszeichnung

2015-2018 Weißensee Kunsthochschule Berlin, Studiengang Freie Kunst / Bildhauerei bei Prof. Else Gabriel. Diplom mit Auszeichnung

2018-2020 Meisterschülerin, bei Prof. Albrecht Schäfer und Prof. Else Gabriel an der Weißensee Kunsthochschule Berlin 

Berufsbezogene Praktika in Restaurierung und Konservierung (Fresken, Malerei, Ikonenmalerei, Keramik) sowie Druckgrafik (Lithografie, Radierung) 

Ehrungen und Auszeichnungen

2010-2012 Präsidentenstipendiatin, Stipendium für Malerei (Verband Aserbaidschanischer Künstler)
 

2010  Auszeichnung der Deutsch-Aserbaidschanischen Gesellschaft e.V für Verdienste um die deutsch aserbaidschanischen Kulturbeziehungen

2011  Beste Nachwuchsmalerin Aserbaidschans (Ministerium der
Aserbaidschanischen Republik für Jugend und Sport)

2017 Gewinnerin des Malwettbewerbs des MuseumFLUXUS+, Potsdam, Deutschland

2023 Portrait des Präsidenten des Republik Aserbaidschan Heydar Aliyev, für die Botschaft der Republik Aserbaidschan in der Bundesrepublik Deutschland 

Seit 2023 Lumas (Signierte & Limitierte Kunst – Editionen)

2025 Mein Gemälde ́ ́Diplomacy I I ́ ́ wird im Museum of Modern Art MoMA of Azerbaijan in Baku ausgestellt.

Ausstellungen 

2025 ́ ́Black, Red & Gold ́ ́ Galerie Rosebud Contemporary, New York

2025 ́ ́FemaleArtWeek am Potsdamer Platz ́ ́ Haus Huth, Berlin

2023 ́ ́Fairytales of Beauties & Animals ́ ́ Kunstraum F200, Berlin

2023 ́ ́Weihnachtsausstellung 2023 der Stiftung Starke ́ ́ Löwenpalais, Berlin 

2022 ́ ́DISCOVERY ART FAIR FRANKFURT – DIE ENTDECKERMESSE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST ́ ́ Kunstmesse in Frankfurt am Main

2022 ́ ́UN PEZZO DI ME ́ ́ in der Transform Galerie Berlin

2021 Mein Meisterschüler-Projekt ́ ́Die Kulturelle Luftbrücke ́ ́ im Kühlhaus Berlin.

2019 Artistic meetings. Organizer: Jüdische Gemeinde zu Berlin – Familienzentrum ZION. The New Synagogue, Berlin
2018  ́ ́Art Wave ́ ́ gallery Resonance, Plovdiv, Bulgaria

2017  ́ ́Granatapfel und Feuerberg Contemporary Azerbaijani Art ́ ́ Kunststation Kleinsassen, Hessen, Deutschland

2017 Kunstpreis Worpswede 2017, AUTO / MACHT / MOBILITÄT. Ausstellung der nominierten Werke. PS.SPEICHER. Einbeck, Deutschland

2016 ́ ́Aserbaidschan trifft Japan in Berlin ́ ́ Galerie Berlin-Baku in Berlin

2016 Academy of Contemporary Art,Creative Writing, mit Prof. Else Gabriel / Weißensee Kunsthochschule Berlin, Tromsø, Norwegen

2012 ́ ́CITE INTERNATIONALE DES ARTS.PARIS ́ ́ Paris, Frankreich

2012 ́ ́GRAND TOURNOI DE CHEVALERIE ́ ́ Normandie, Frankreich

2012 ́ ́Blue Water ́ ́ Four Seasons Hotel. Baku, Azerbaijan

2009 United Buddy Bears Show (mit Ali Shamsi) Berlin

2008 1. Platz der Ausstellung anlässlich des 85. Geburts tags des 2003 verstobenen Präsidenten der Aserbaidscha nischen Republik Heydar Aliyev 

Einzelausstellungen 

2014 ́ ́Adam & Eva ́ ́ Ardes Galerie, Berlin

2009 ROLE MODELS, Women Daring to Change. ́ ́WOMEN’S ASSOCIATION FOR RATIONAL DEVELOP MENT ́ ́ (WARD) Baku, Azerbaijan

2022 Bilder Präsentation mit einem Vortrag von Dr. Michael F. Feldkamp zum Thema:  ́ ́FRACK, CUT, SMOKING – STILSICHER VOM ABENDEMPFANG BIS IN DEN DEUTSCHEN BUNDESTAG ́ ́ in der Firma ́ ́Cut For You ́ ́ in Berlin

2022 Präsentation meiner Bilder in Aserbaidschanischen Kulturhauses ́ ́Khari Bülbül e.V. ́ ́ zum Nationalfeiertag der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik (28. Mai) im Hotel Waldorf Astoria in Berlin. 

Philo-sur-realismus 

Künstler sind nicht selten extrovertiert, offen und gleich zeitig hoch sensibel. Sie müssen es sein! Sie wollen und müssen ihrer Kunst Ausdruck verleihen, egal ob als Maler auf der Leinwand, als Schriftsteller auf dem Papier oder als Schauspieler auf der Bühne beziehungsweise vor der Filmkamera. 

Eine besondere Sensibilität müssen wir bei Malern voraus setzen. Sie nehmen mit wachen Augen ihre Umgebung

auf und sind in der Lage, Eindrücke, Stimmung und sogar Gerüche und Geräusche in einem Bild festzuhalten. So wider sprüchlich es klingt: Sie visualisieren auch Dinge, die man gar nicht sehen kann! Hier appellieren Künstler an unser sogenanntes Kopfkino! Maler interpretieren und verfremden, wenn sie ihre Eindrücke in einem Bild verewigen. 

Kunst ist sinnstiftend. Und das gilt besonders für die Kunst von Günay Shamsi. 

Sie führt verschiedene inhaltliche Bereiche (oder Themen) und Techniken zusammen. Viele ihrer Werke kennzeichnet, dass Malerei und Bildhauerei zusammengeführt werden. Durch die Verwendung von verschiedenen Materialien werden ihre Bilder unweigerlich zu Objekten und zu drei dimensionalen Erlebnisräumen. Es kommt zu optischen Täuschungen, die durch Licht und Farbe zusätzlich verstärkt werden. Der Betrachter muss genau hinsehen, um Günay Shamsis Kunst zu erfassen und intellektuell zu 

erschließen. Auf Leinwände montiert Günay Shamsi weitere, kleinere Leinwände. Räume werden verlassen, wenn farbige Flammen aus dem Bilderrahmen gleichsam schlagen oder farbige Flüssigkeiten aus der Leinwand geradezu herausströmen. 

Räume verlassen?! Das ist auch symbolisch zu verstehen: Günay Shamsis Kunst hält sich nicht an die Vorgaben und Vorschriften, die eine Leinwand impliziert. Hier ist ihre Kunst experimentell. Günay experimentiert aber nicht. 

Ihr nur scheinbar leichtfertiger Umgang mit Farben sowie Materialien, die eigentlich nicht zusammengehen, ist hoch professionell. 

Günay Shamsi ist in ihrer Kunst nicht Grenzgängerin, viel mehr überschreitet sie Grenzen. Das klingt provokant, doch Günay Shamsis Kunst ist versöhnlich. Günay Shamsi verbindet und versöhnt in ihren Werken und Bildern die Natur und die Kultur miteinander. Das Ergebnis ist ihr un verwechselbarer eigener Stil. Nur wenige Künstler entwickeln einen Stil, der nur mit ihrem Namen verbunden ist. Günay Shamsi scheint dieses bereits gelungen zu sein. Sie ahmt nicht nach. Sie ist kein Epigone. 

Betrachten wir alleine das Titelbild dieses Katalogs. Es ist ein wirkliches Meisterwerk und vielleicht bisher eines ihrer intimsten Bilder. Es heißt: „Initium novum“. Eine Künstlerin aus Aserbaidschan, deren Muttersprachen aserbaidschanisch und russisch sind, lebt und wirkt in Berlin und gibt diesem Werk einen lateinischen Titel. Auf dem Bild ist eine Taube mit einem grünen Zweig im Schnabel zu sehen, die auf einer chinesischen Porzellanvase steht. Die Vase stammt aus einer vergangenen Hochkultur. In der biblischen Mythologie ist die Taube ein Zeitzeuge der Sintflut. Mit dem Ölzweig verhieß sie Noah und den Tieren auf seiner Arche nach dieser großen, für viele existenzbedrohlichen Katastrophe neues Leben. Es gibt einen Neuanfang. Wir erahnen ihn auch, denn der Schattenwurf des gerade zu bescheidenen Olivenzweigs ist grandios. Ein wunder barer großartiger Blumenstrauß erwartet uns. 

Nur vordergründig würde man eine Detailverliebtheit bei Günay Shamsis Bildern erkennen können. Denn tatsächlich ist ihre Liebe zum Gegenständlichen und Realistischen – ja, wir könnten von „PhiloRealismus“ sprechen – nur Mittel zum Zweck, denn es handelt sich zugleich um ein widersprüchliches und geradezu surrealistisches Bild. Der surrealistische Schattenwurf entgeht dem Betrachter nicht. Wir können bei Günay Shamsis Bild von „Philosurrealismus“ sprechen. Der Widerspruch in der Kunst von Günay Shamsi wird vielleicht durch diese Wortschöpfung am geeignetsten verbalisiert. 

Dr. phil. Michael F. Feldkamp 

Historiker und Politikberater u.a. in kulturellen Fragen im Deutschen Bundestag